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Vinyasa Yoga gehört zu den meist unterrichteten Yogastilen in der westlichen Welt.

 

Herkunft

Vinyasa Yoga wurde Anfang der 1980er Jahre in den USA u.a. von Bryan Kest aus Los Angeles, Beryl Bender Birch aus New York und Baron Bapiste aus Boston entwickelt. Herausgegangen aus dem Ashtanga Yoga wollten die Begründer eine noch stärkere Brücke zwischen östlicher Spiritualität und westlicher Dynamik schlagen.

Vinyasa ist ein Wort aus dem Sanskrit und kann mit „Verbindung“ oder „Bewegung in Verbindung mit Atmung“ übersetzt werden. Trotz der vergleichsweise geringen Lebensdauer ist dieser Yogastil bereits äußerst vielfältig. In den Yogastudios werden bereits verschiedene Stile unterrichtet, darunter Vinyasa Power und Vinyasa Bakasana.

Ziele

Ziel von Vinyasa Yoga ist die Vereinigung von Körper, Geist und Seele. Die erklärte Zielgruppe sind moderne westliche Menschen. Um sie für Yoga im Allgemeinen und diesen Yogastil im Speziellen zugänglich zu machen, wird beim Vinyasa Yoga bewusst auf spirituelle Praktiken wie intensive Atemübungen (Pranayama), Chanting, Mantren sowie das Lehren von ethnischen Prinzipien und Guru-Verehrungen verzichtet.

Zusammengefasst hat Vinyasa Yoga folgende positive Wirkungen:

  • Intensive Körperwahrnehmung
  • Aufbau von Kraft
  • Verringerung und Vermeidung von körperlichen Leiden
  • Lösen von emotionalen Blockaden
  • Lehren von Akzeptanz und Geduld

Charakteristika

Beim Vinyasa Yoga werden die Asanas zu einem einzigen Bewegungsablauf miteinander verbunden. Dabei kommt es zu einem fortlaufenden Wechsel von Kraft, und Flexibilität, Anspannung und Entspannung. In Verbindung mit der bewussten Atmung gelangt der Yogi in eine Art „Flow-Zustand“. Der Yogi befindet sich nun in eine meditative Bewegung.

Durch die Dynamik ist Vinyasa Yoga sowohl körperlich als auch geistlich anstrengend. Um im Flow zu bleiben und gleichzeitig die Asanas korrekt auszuführen, muss der Geist zu jeder Sekunde fokussiert bleiben. Dieses Fokussieren sorgt dafür, dass der Yogi gedanklich im hier und jetzt bleibt und seinen Körper bewusst wahrnimmt. Damit ist Vinyasa Yoga Körperarbeit und Meditation in einem.

Im Mittelpunkt steht die bewusste Aufmerksamkeit des Geistes zwischen den einzelnen Asanas und weniger die perfekte Ausübung diese, wie etwa beim klassischen Hatha Yoga. Ein weiteres wichtiges Prinzip ist die bewusste Muskelkontraktion, Bandha genannt. Diese unterstützt den Praktizierenden dabei, sicher in die einzelnen Posen zu kommen und zu halten. Es gibt drei Arten von Bandhas:

  • Mūla Bandha: Anspannung der Muskeln um den Beckenbereich
  • Uḍḍīyāna Bandha: Anhaltendes Einziehen des unteren Bauchbereich
  • Jālaṅdhara Bandha: Absenken des Kinns sowie paralleles Anheben des Brustbeins. Der Blick ist dabei auf die Nasenspitze gerichtet

Durch dieses Zusammenspiel lernt der Yogi die Omnipräsenz von Gegensätzen kennen. Die Atmung beinhaltet stets Einatmung und Ausatmung. Wachsein kann nicht ohne Schlaf funktionieren. Körperliche Leistungsfähigkeit bedarf Phasen der Regeneration etc. Die Wahrnehmung dieser Polarisation wird dem Praktizierenden bei diesem Yogastil besonders stark bewusst.

Vinyasa Yoga ist flexibel. Die einzelnen Bewegungsabläufe werden an den Yogi speziell angepasst. Je nach körperlicher Verfassung werden eher einfachere, komplexere oder kraftvolle Bewegungsabläufe durchgeführt. Ein Bewegungsablauf beinhaltet jedoch stets ein festgeschriebener Ablauf von Asanas. Einer der bekanntesten ist der Sonnengruß, der an diesen Yogastil angepasst wird. Anders als beim Ashtanga Yoga gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Übungssequenzen. Auch existieren keine vorgeschriebene Reihenfolge, in der die Übungsreihen durchgeführt werden.

 

Für wen ist Vinyasa Yoga geeignet?

Vinyasa Yoga ist für ambitionierte Yogaanfänger mit einer gewissen Grunderfahrung sehr gut praktizierbar. Die Bewegungsabläufe werden so modifiziert, dass er diese erlernen und sicher ausführen kann.

Doch wenn du bislang noch gar nicht auf der Yogamatte standst, dann empfiehlt es sich, erstmal ins Hertha Yoga hinein zu schnuppern. Hier werden die Asanas isoliert trainiert und du lernst diese detailliert kennen. Bei Vinyasa Yogastunden ist nicht immer garantiert, dass der Lehrer gezielt auf die Ausübung der einzelnen Asanas eingeht, da es bei diesem Yogastil vielmehr um die Verbindung und das Nichtabreißen des Bewegungsablaufes geht.